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Autobiographische Essay aus sozial-psychologische Sicht von Albert Pilon

Albert Pilon war ehemaliger GrĂŒnder und Leiter des NiederlĂ€ndischen Zweiges von Kwasizabantu.

Einleitung

Kwasizabantu ist eine multikulturelle Lebensgemeinschaft in KwaZulu-Natal, SĂŒd-Afrika, wo ungefĂ€hr 1500 Menschen wohnen. Der Name bedeutet “Ort wo Menschen geholfen wird”. Diese Lebensgemeinschaft ist im Jahre1966 durch Erlo Stegen gegrĂŒndet worden. Kwasizabantu ist aus einer sogenannten Erweckung entstanden, die1966 stattgefunden haben soll.

In seinem Buch “Erweckung unter den Zulus” (Seite 90) spricht Stegen von tausenden Zulus und Xhosas die an einem Tag zur Bekehrung kamen (diese Tausende jedoch sind nirgendwo auffindbar). Im Laufe der Jahre wurden mit AktivitĂ€ten in der Landwirtschaft, einer Molkerei, HĂŒhnerstĂ€llen, Kiwiplantagen, einer Schule (bis zum Abitur) und einer Wasserfabrik begonnen. Das wirtschaftliche Handeln ist mittlerweile einer der wichtigsten Faktoren geworden.

JĂ€hrlich besuchen Stegen und sein Team verschiedene Kontinente und haben in einigen EuropĂ€ischen LĂ€ndern Gemeinden gegrĂŒndet, weil Stegen die ganze Welt teilen haben lassen möchte an dem, was Gott bei Ihnen und unter den Zulus getan hat. Aus aller Welt besuchen Menschen die Lebensgemeinschaft Kwasizabantu in KwaZulu-Natal um ihr Leben zu ĂŒberprĂŒfen in dem Licht der Erweckung. Aus Europa verbleiben regelmĂ€ssig 50 Personen dort.
Kwasizabantu wurde bis 1999 ĂŒberwiegend positiv beurteilt. Als aber die Medien anfingen Zeugnisse von Aussteiger zu publizieren verĂ€nderte sich das Bild.

Bis dahin hatten verschiedene namhafte Theologen sehr positiv ĂŒber Stegen und seine Arbeit geschrieben. Im akademischen Bereich wurden Thesen geschrieben und verschiede Artikel in Wissenschaftlichen Zeitschriften, die sich mit Kwasizabantu identifizierten. In Deutschland waren Dr. K. E. Koch und Dr. P. Beyerhaus eng mit Kwasizabantu verbunden. Auch andere Deutsche Theologen besuchten mehrmals Kwasizabantu. Als Frage bleibt jedoch, warum diese Theologen nicht entdeckten, was die Medien entdeckten.

Bis dann hatten verschiedene Theologen mit Name sehr positiv ĂŒber Stegen und seine Arbeit geschrieben. In den Akademische bereich wurden Thesen geschrieben und verschieden Artikel in Wissenschaftlichen Zeitschriften, die sich mit Kwasizabantu identifizierten. In Deutschland waren Dr. K. E. Koch und Dr. P. Beyerhaus eng mit Kwasizabantu verbunden. Auch andere Deutsche Theologen besuchten mehrmals Kwasizabantu. Eine Frage bleibt warum die Theologen nicht entdeckt haben was die Medien entdeckten.

Die Frage, warum und wie Menschen in Sekten gelangen ist vielleicht nicht neu, aber bleibt weiter aktuell. FĂŒr diesen Vortrag habe ich bewusst meine autobiographische Darstellung gewĂ€hlt, um einen Einblick aus sozial-psychologischer Sicht zu geben.

A) wie ich Mitglied wurde

1.Erziehung und Jugendzeit

Ich stamme von einem Hugenotten Geschlecht ab und wurde Reformiert erzogen. Mein Grossvater erzog seine Kinder sehr diszipliniert. Seine Söhne machten sich alle selbststĂ€ndig. Mein Vater wurde Bauunternehmer und als Kind haben wir ihm geholfen. Kernbegriffe wie Ehrlichkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit standen bei uns im Mittelpunkt. Als Kind half ich meinem Vater und Grossvater bei der Arbeit. Sie erzogen mich zur Disziplin und lehrten mich arbeiten. Als ich 19 Jahre alt war bekam ich das Bauunternehmerdiplom, damit konnte ich mich selbststĂ€ndig machen. Alleine grosse Bauprojekte hatten mein Interesse, weil ich viel Geld verdienen wollte. Das Geld wurde mein Gott. Als ich 28 Jahre hatte ich schon eine höhe Position erreicht, die manch einer erst mit 50 Jahren erreicht. Ich wurde hart, hochmĂŒtig und stolz. SĂ€chliche Prinzipien ĂŒberschrieben die Gebote Gottes, die durch meine Erziehung in meinem Herzen gepflanzt waren. GlĂŒcklich aber war ich nicht, weil ich wegen Sehnsucht nach Erfolg die menschlichen VerhĂ€ltnisse aus den Augen verlor. Die Welt bot mir die Chance durch Ambitionen und harte arbeit eine Spitzenposition zu erreichen. Ich wurde aber erbarmungslos meinen Mitmenschen gegenĂŒber.

2. wie sah mein Leben aus zurzeit als ich mit Ksb in Kontakt kam?

Auf diesem Weg zum Erfolg traf ich regelmĂ€ĂŸig Entscheidungen die weit ĂŒber meine Macht ging. Weil ich ein zu großes zu teueres Haus kaufte brauchte ich mehr Geld. Die Folge war das ich wieder auf der Suche nach eine bessere Arbeit war, um einen höheren Verdienst zu bekommen. Aber dadurch ĂŒberforderte ich mich wieder.

Ich ĂŒberforderte mich an der Arbeit und zu Hause. Ich stand immer unter Hochspannung. Hierdurch gelang ich in einen endlosen Kreislauf. Ich war total ĂŒberfordert. Meine Gesundheit hatte ich viele Jahre schĂ€ndlich vernachlĂ€ssigt. Schließlich erlitt ich einen totalen Zusammenbruch als ich 32 Jahre alt war.

3. was war der Grund mich einer Sekte anzuschließen?

Ich war regelmĂ€ĂŸig ĂŒberreizt weil ich zu hohe Anforderungen an mich stellte. Ich suchte nach Kraft mit diesem Leben fertig zu werden. Weil ich glĂ€ubig war, suchte ich eine Lösung im Glauben. In diesem Prozess, das Leben besser zu meistern, schloss ich mich einer Charismatischen Gruppe an. Da hatte man eine Vielfalt von Methoden, wodurch man sich selber realisieren konnte: hauptsĂ€chlich wurden böse Geister ausgetrieben, weil die den Wohlstand des Menschen zerstören. Schlussendlich konnte mir nichts helfen und ich erlitt einen geistlichen und körperlichen Bankrott.

Eine Erschöpfung ist der ideale NĂ€hrboden fĂŒr Sekten!

In dieser Periode las ich ein Buch von Dr. K.E. Koch mit dem Titel: ‘Gott unter den Zulus’. Es war eine Geschichte die ĂŒber eine Erweckung unter den Zulus in KwaZulu-Natal, SĂŒd-Afrika handelte. Noch nie hatte ich so etwas gelesen, es traf mich tief. Ich konnte es kaum fassen das Gott in unserer Zeit noch auf diese Art und Weise wirken konnte. Es war unvorstellbar. Tausende von Heiden hatten sich bekehrt, Zauberer kamen zum Glauben und da war sogar jemand von den Toten auferstanden.

NatĂŒrlich hatte ich keine Ahnung dass ich mich einer Sekte anschloss. Stegen hatte das wahre Evangelium. In seiner historischen Beschreibung macht er gerne den Vergleich mit der ersten Gemeinde und vergleicht seine Erweckung mit ‘Urgemeinde’. Auch liebt er die Worten ‘die ersten Christen’, ‘die erste Liebe’ und ‘die ersten Werken’, zu zeigen wie eng er verbunden ist mit der Gemeinde in der Apostel Geschichte.

4. die geistliche Situation in den 70 er Jahren

In den 60 er und 70 Jahren fand ein großer Umbruch statt in der kirchlichen Kultur und im Denken. Damals wurde die Kultur charakterisiert durch immer weiter ĂŒberschreitenden Grenzen. Die Christliche Kirche wurde darin mit gerissen. Hier fand Ksb einen idealen NĂ€hrboden fĂŒr ihre moralische VerkĂŒndigung. Die GlĂ€ubigen lebten in einem Wahn im Innern die alten, vertrauten Grenzen zu haben die weiter von Stegen repariert werden. Sie freuten sich, an einer Identifikationsfigur sich hochziehen zu können.

Der ideale NĂ€hrboden fĂŒr Stegen war der Umbruch in der kirchlichen Kultur und im Denken der 70er Jahre, die Grenzen wurden immer weiter ĂŒberschritten.

5. Kontakt mit der Erweckung von Erlo Stegen

Eines Tages hörte ich, dass der Leiter dieser Bewegung in Deutschland auf Tournee war. Ich dachte, ein Mann, wodurch Gott solche große Wunder tut, will ich mal sehen. Zusammen mit meine Frau fuhr ich am 12, Mai 1985 nach Aurich in Norddeutschland, wo Stegen im Ostfriesischen Soldatenheim einen Vortrag hielt. Seine Predigt beeindruckte mich sehr. Mit viel verbaler Gewalt beeindruckte Stegen das Publikum, er sagte, dass jeder Mensch der nicht seine SĂŒnde bekennt und lĂ€sst verloren geht. Schriftkritik, Gleichförmigkeit an der Welt, OberflĂ€chlichkeit, schlechter Besuch der Kirche, haben die Kirchen im Griff. Alles ist heutzutage möglich. Freier Sex, Abtreibungskliniken, HomosexualitĂ€t, Freikörperkultur, zusammen leben und nicht mehr heiraten. Von der Seite der Christen kommt leider kein Protest. Die Menschen wollen die Freiheit von dem Geboten Gottes. Europa ist entartet in der grĂ¶ĂŸten ZĂŒgellosigkeit.

Stegen steht so zu sagen wie ein ‘Fels in der Brandung’ in diesen unruhigen Zeiten. Er behauptet eine Erweckung erlebt zu haben. Und nur eine Erweckung kann ein Ende machen mit diesem sittlichen Zerfall. Damals und auch heute gibt es einen grossen Bedarf an Deutlichkeit. Und Stegen gibt Deutlichkeit, aber nur ĂŒber die böse Welt. Nicht ĂŒber sich selber, seine Bewegung und seine Finanzen. Seine Fans reisen ihm nach. Weil, wie Stegen predigt dass hört man heutzutage nicht mehr.

Stegen kann gezĂ€hlt werden zu einem der krĂ€ftigsten KĂ€mpfer zur VerĂ€nderung der Sitten. Mit großer Erhebung seiner Stimme brĂŒllt er Seine Themen aus in SĂ€le und Kirchen. Das Urteil wird den Menschen angekĂŒndigt. Auf deutliche Weise durchdringt er die Hörer mit der Notwendigkeit von Bekehrung. Und viele GlĂ€ubige beugen beim Hören dieser Sprache ehrfĂŒrchtig den Kopf und fĂŒhlen sich tatsĂ€chlich tief schuldig. Umso tiefer das SchuldgefĂŒhl umso besser, denkt Stegen. Die Angst vor dem Tod und vor das Letzte Urteil, wenn Gott zu dieser Welt zurĂŒckkehrt, haben manchen GlĂ€ubigen in Verwirrung und in Unsicherheit gebracht. Die Überbetonung von ‘Hölle und Verdammnis’ und VerkĂŒndigung der SĂŒndlosigkeit ist an der Tagesordnung in beinahe jeden Predigt. “Bin ich gut genug zum Himmel zu gehen? Ist das Heil auch fĂŒr mich?” fragen viele sich. Stegen erwĂ€hnt öfters: “Wenn du noch eine SĂŒnde in deinem Leben hast, kannst du nicht zum Himmel gehen, wie sieht es aus mit dir? Willst du nicht kommen und deine SĂŒnden bekennen?

6. GrĂŒnder und Leiter des NiederlĂ€ndischen Zweiges von Kwasizabantu

Weil ich mich in meiner Jugend sehnte Missionar zu werden, habe ich mich entschieden nicht zur Bauwelt zurĂŒck zu kehren. In 1988 schloss ich mich Ksb an und war damals 35 Jahre alt. Kurz nachdem grĂŒndete ich den NiederlĂ€ndischen Ksb Zweig und fing an als Bahnbrecher um das Thema Erweckung bekannt zu machen. Übers ganze Land wurde ich eingeladen in den Kirchen und Gemeinden. SpĂ€ter fing ich mit einem Sekretariat zu Hause an. JĂ€hrlich wurden Tourneen und Konferenzen organisiert in verschiedene EuropĂ€ische LĂ€ndern. Ich ĂŒbersetze BĂŒcher und BroschĂŒren ĂŒber Ksb von Deutsch in HollĂ€ndisch.

In den Niederlanden wurde um 1990 ein Anfang mit zwei Hauskreisen gemacht. Da war immer eine Möglichkeit fĂŒr ein seelsorgerliches GesprĂ€ch. Auch war nach jedem Dienst ein warmes Essen. In 1994 wurde der Entschluss gefasst jeden Sonntag zusammen zu kommen in mitten des Landes (Zeist). Die Menschen strömten dahin aus alle Teile vom Land. Es mangelte ihnen in ihren eigenen Kirchen an geistliche Speise und sie kamen zu unseren monatlichen Evangelisationsdiensten. Diese Dienste wurden manchmal von ungefĂ€hr 250 Menschen besucht. Wegen dem Wachstum entstand der Bedarf ein nationales Zentrum zu kaufen. Im Jahre 2000 wurde das GebĂ€ude ‘de Cederborg’ in Middelstum, Provinz Groningen, eröffnet.

B) das Leben in Ksb

7. Verpflichtung zum Besuch der multikulturellen Lebensgemeinschaft in SĂŒd-Afrika Alle Mitglieder sollten doch mal Kwasizabantu in SĂŒd-Afrika besuchen, weil dort der Himmel offen steht und Gott spĂŒrbar anwesend ist und sein Wirken offenbar! Die Besucher bekommen einen Eindruck der grossen Gastfreundschaft und der besonderen Freundlichkeit die dort herrscht. Sie werden ĂŒberzeugt von der Echtheit der ‘Erweckung’ durch die Geschichten ĂŒber so genannte große Heilungen und Wunder. Auch sind sie dann ĂŒberzeugt weil sie auf so spezielle Weise behandelt worden sind. Sie werden mit Liebe und Freundlichkeit ĂŒberschĂŒttet (love-bombing). Diese Fakten erwecken die Suggestion einer Erweckung und beeindrucken die Menschen und Mitgliedern dermaßen, dass sie nicht mehr kritisch denken können, ihre ObjektivitĂ€t verlieren und sich öffnen manipuliert zu werden.

Menschen die sich anschließen bei Ksb bekommen keinen Einblick in die Glaubenslehre, den Regeln und GebrĂ€uchen. Die werden im Anfang verborgen gehalten. Wenn man durch love-bombing ĂŒberredet wird und keine RĂŒckkehr mehr möglich ist, werden den Opfern durch Gruppenzwang die Ksb-Regeln langsam klar gemacht.

8. Gottesdienste und Beziehungen

Da werden Gottesdienste angeboten, wo die Anwesenden zuhören mĂŒssen was der Prediger zu sagen hat. Es gibt kein Bibelstudium mit Austausch der Teilnehmer. Die Leitung von Ksb duldet keine gemeinsamen Gebetsstunden oder Bibelstunden. Die Gottesdienste sind absichtlich so zubereitet dass die Anwesenden nicht mit einander in Kontakt kommen und ĂŒber Glaubens oder Lebensfragen zu sprechen. Die Leiter wollen ausschließlich keine tieferen Beziehungen zwischen den Mitgliedern. Mitglieder sollen mit Fragen oder Bemerkungen zum Seelsorger gehen.

9. mentale Überwachung, Manipulation, Unsicherheit

Die Seelsorge ist der Zentral Meldepunkt fĂŒr die Mitglieder. Fragen, Aufmerkungen Klagen, Nöte und so weiter sollen die GlĂ€ubigen beim Seelsorger melden. -SĂŒnden bekennen bezieht sich auf die Vergangenheit. Die armen Menschen schreiben BĂŒcher voll mit allen SĂŒnden, an denen sie sich erinnern können. Das wird genannt: Bereinigung des Lebens. Eine SĂŒnde nach der anderen muss ausgesprochen werden, also bei Namen genannt werden, vor dem Seelsorger. Es heißt dass man so ein brauchbares GefĂ€ss wird fĂŒr Gott. Die Menschen bekennen ihre SĂŒnden, werden aber nicht frei.

Ist man krank, oder gibt es UnglĂŒck dann wird die Frage gestellt: hasst du dein Leben wirklich so gereinigt das Gott damit zufrieden sein kann? Dann kann man neu anfangen.

Um Gebet fragen fĂŒr all deine PlĂ€ne beim Seelsorger. Leiter und Seelsorger lassen oft auf empfindliche Weise fĂŒhlen, das sie nicht einverstanden sind mit dem was ein Mitglied auf dem Herzen hat. “Bete mal wieder und komme dann zurĂŒck und lass mich wissen was Gott dir gesagt hat”. Dies geschieht so oft bis es der Person klar ist was der Leiter oder Seelsorger eigentlich von ihm verlangt. Er muss dem Seelsorger ‘an den Augen ablesen’ was er von ihm erwartet. Der Seelsorger nutzt die Zwischenzeit aus, um AuskĂŒnfte ĂŒber diese Person einzuholen bei den Gemeindemitgliedern. Das Gebet bekommt hierdurch einen ganz anderen Inhalt und Bedeutung als in der Bibel. Wegen dem verschieden Beeinflussungen. Der Seelsorger hĂŒtet sich etwas zusagen, sodass das Mitglied all seine Entscheidungen selbst trifft und der Seelsorger immer die HĂ€nde Unschuld gewaschen hat.

Gemeindemitglieder haben Angst und befĂŒrchten, sich einander etwas zu erzĂ€hlen, weil Informationen schnell an den Leiter weiter gegeben werden. Diejenigen die anders denken und gesprochen haben, werden der RufschĂ€digung beschuldigt und als Verleumder bezeichnet. Auch kann es passieren, dass seine Sache von der Kanzel herunter gesagt wird

Einige Menschen haben wegen ihrer komplizierten psychischen Struktur einen Beichtvater nötig (Vaterfigur). Wenn man Menschen zwingt gewissenhaft SĂŒnden zu analysieren und zu bekennen vor dem Seelsorger, entstehen psychische Probleme.

Ksb gebraucht Seelsorge fĂŒr mentale Überwachung der Mitglieder. Weil der Seelsorger alle SĂŒnden der Vergangenheit weiss, kann er die GlĂ€ubigen manipulieren bei dem Gebet fĂŒr seine ZukunftplĂ€ne.

Die Leiter können ihre AnhÀnger dermassen beeinflussen, sodass sie nicht mehr wissen was sie vor einen Tag oder eine Stunde her gesagt oder gemeint haben.

10. so entsteht ein deformiertes Gottesbild

Wenn das Gottesbild krank ist, erkrankt auch der Mensch. Wie ein Mensch Gott sieht ist also nicht unwichtig. Von dem Gottesbild hĂ€ngt das Selbstbild ab. Menschen die Angst haben etwas verkehrtes zu tun, nicht vollkommen genug zu sein oder zu sĂŒndigen, haben ein bestimmtes Bild von Gott. Das Bild beantwortet nicht was Jesus offenbart hat. Solche verkehrte Gottesbilder verhindern dass der Mensch das echte Leben mit Gott erfĂ€hrt.

11. der Gruppencode

Durch ungeschriebene Regeln zum tĂ€glichen Leben, zum Beispiel eine bestimmte Art und Weise des Benehmens, ist ein Gruppencode entstanden. Dieser Gruppencode bezieht sich auf Äußerlichkeiten des Lebens und bestimmt den Lebensstil der Mitglieder. Frauen tragen lange Röcke oder lange Kleider ohne Schlitze und Hosen sind verboten. Der Rock ist ein religiöses Symbol geworden. Make-up, Schmuck, Wimperntusche und Haare fĂ€rben sind verboten. MĂ€nner ist es verboten Jeanshosen zu tragen und Sportschuhe. Im Allgemeinen kleiden die Mitglieder sich mit dunkle Kleidung. Fernsehen ist auch verboten. Äußerlich sind die Mitglieder an ihrer Kleidung. zu identifizieren. Ksbler sind von weitem zu erkennen.

12. Erweckung in Europa

Ksb ist ĂŒberzeugt dass Erweckung erreicht werden kann durch eine ernsthafte Anwendung ihres Gruppenkodes. Gott wird nur unter bestimmte Bedingungen Erweckung geben, die immer wieder nachgekommen werden mĂŒssen. Bis heute hat Stegen noch kein Erfolg mit seiner Methode in Europa gehabt. Nur ein Transfer der Gruppenkode hat stattgefunden, aber keine Erweckung.

13. Verehrung der Leiter

Erlo Stegen ist der einzige Bote des Willen Gottes. Seine göttliche Offenbarungen werden gleich umgesetzt in Kommandos. Der Heiligkeitswahn und die Großartigkeit der Leiter sind nicht zu korrigieren. Georg Grau, Leiter der Deutschen Abteilung, vergleicht ihn mit Moses und Jesus. Er protestierte krĂ€ftig nachdem Stegen als Diktator hingestellt wurde. “Nie hĂ€tte ich es so weit kommen lassen dĂŒrfen, dass mein geistlicher Vater, Onkel Friedel so schĂ€ndlich behandelt wurde. Es geht ja nicht nur um eine Person, sondern um einen Mann Gottes, der sein Leben fĂŒr uns Deutsche hingegeben hat und hingibt. Deshalb finde ich die AusfĂ€lle als eine direkte Rebellion gegen Gott und unseren Herrn Jesus Christus. Bei Moses und den Propheten, bei Jesus und den JĂŒngern meinten die Menschen auch, sie gingen gegen Menschen und waren sich nicht bewusst, dass sie ganz gegen Gott gingen. Und das ist in unserer Mitte am Samstag geschehen. Es war eine KriegserklĂ€rung gegen Gott!” (Grau, G, Es war eine KriegserklĂ€rung gegen Gott 29sten Januar 1999).

C) wie ich Ksb verlassen habe

14. die BrĂŒder haben ihr Leben gegeben

Anfang der 90er Jahre war es mir klar dass nicht alle Leiter als Christ lebten. Weil Ich Erlo nicht kannte und er nicht so oft in Europa war, dachte ich dass er ein wahre Gottesmann sei. Er wurde ja so mĂ€chtig in der Erweckung von Gott gebraucht. Man manipulierte mich so sehr dass ich öfters gegen mein Gewissen handelte. Ich wurde von den Ksb Mitglieder bezahlt und allmĂ€hlich machte ich mit. RegelmĂ€ĂŸig zweifelte ich, aber ich hatte mir dort schon einen Namen gemacht und dass gefiel mir.

Wegen des Wachstums entstand der Bedarf ein nationales Zentrum zu kaufen. Dieses Zentrum sollte von uns HollĂ€ndern bezahlt werden. Die BrĂŒder hatten ihr Leben fĂŒr uns gegeben, weil sie immer wieder nach Europa kamen uns geistlich auf dem Weg zu begleiten. Das Zentrum bezahlen, war ja nur eine Kleinigkeit im Vergleich fĂŒr was die BrĂŒder fĂŒr uns getan hatten. Unser Haus verkaufen fĂŒr die Arbeit des Herrn dass machten wir ja gerne. Und so verkauften wir in 1998 unser Haus in Loppersum wo wir 20 Jahre gewohnt hatten. Ein grosser Teil wurde gebraucht fĂŒr den Ankauf des Ksb-Zentrums. Es war ein wunderschönes vormaliges Altenheim mit 144 Einheiten und noch keine 30 Jahre alt. Jedes Zimmer mit KĂŒche, Dusche und Toilette.

15. der Grund warum ich aus getreten bin

Es war mir im Jahre 1999 klar das ich nicht weiter mit Ksb gehen wollte. Ich rief Erlo Stegen an und sagte dass ich es sat und mĂŒde war. Ihre Unaufrichtigkeit, Unehrlichkeit und Ungerechtigkeit war mir zuviel geworden. Jetzt hatten sie wieder hinter meinem RĂŒcken, die Genehmigung gegeben, zur GrĂŒndung einer neuen e.V in den Niederlanden fĂŒr Zwecke der Entwicklungshilfe.

Dann hat Friedel Stegen so geredet dass ich geblieben bin. Ich machte die Verhandlungen weiter fĂŒr den Kauf unseres neuen Zentrums. Weil ich die Kontakte hatte mit den Behörden, Gemeinderat, BĂŒrgermeister usw. und hatte damals leider nicht den Mut vor den Menschen der Welt die mir vertrauten und das Heim verkauften, zurĂŒck zu treten. In 2000 zogen wir ein und es fand der Umbau statt bis April 2002 (dieses Zentrum habe ich fĂŒr Ksb erworben fĂŒr kaum € 350.000. Beim Verlassen von Ksb wurde es taxiert von auf einem Neubauwert von €5,5 Millionen).

Als ich dann einige Jahre dort fast Tag und Nacht gearbeitet hatte (always ready for anything) war ich fix und fertig. Ich schlug vor nur noch 50% zu arbeiten. Aber es hieß: “man muss Gott 100% geben. Wir wollen keinen Leiter der nur 50% arbeitet”. Dann habe ich an der nĂ€chsten Vorstandssitzung gesagt, dass ich beschlossen hatte meine Arbeit ganz niederzulegen. Ich blieb Vorsitzender und SekretĂ€r von den verschieden e.V’s.

16. Verwerfung und Ausstoß

Der nĂ€chste Schritt war, das Ksb hinter meinen RĂŒcken neue Mitglieder in den Vorstand aufnahm und gleichzeitig mich bei der Handelskammer austrug. Diese Aktion war Gesetz widrig. Anneke, meine Frau, war aber noch immer im Vorstand und wusste gar nichts von alle dem was geschehen war. Von der Handelskammer wurde ich beraten einen Rechtsanwalt einzusetzen. Das konnte nicht gehen, weil meine Frau noch im Vorstand war. Wissen sie, als diese Menschen das Zentrum, unser Geld und unsere Arbeit hatten, war es aus mit ihrer Liebe und ihrer Erweckung. Dann gab es kein Friedel mehr am Telefon der sagte: bitte, bitte bleibe doch! Das geschah im November 2002.

Ich habe mich dann getrennt. Aber etwas unerwartes geschah: Anneke und die Kinder blieben noch 18 Monate dort. WÀhrend dieser Zeit wohnten wir im Zentrum, weil Anneke sich nicht von dieser Gemeinschaft trennen wollte (bis Januar 2004). Dann wurde es ihr auch klar wie falsch die Ksbler waren. Sie brauchte einfach die Zeit. Inzwischen wohnten wir mit Menschen in einem GebÀude, die uns zum Feinde erklÀrten. Dass hat gedauert bis Ostern 2005, dann konnten wir ausziehen.

17. physisches und mentales Wohlergehen

Durch alles was geschehen war, hatte ich ein ‘Post Traumatische Stress Syndrom’ bekommen. Ich ging durch ein tiefes Tal, aber bekam gute Hilfe. Als meine Frau austrat wurde es nicht leichter sondern schwieriger. Solange man unter Hochspannung lebt, geht es noch. Aber wenn schlussendlich alles vorbei ist, bricht man ganz zusammen. Sie hatte 18 Monate vergeblich versucht mich mit meinem Gegner zu versöhnen. Langsam drang es durch zu meiner Frau dass die Ksbler nicht ehrlich, aufrichtig und wahrhaftig waren.

Jahrelang lehnte sie alles ab was gegen Ksb gerichtet war. Das stimmt ĂŒberein mit dem Stockholmer Syndrom: dass heißt, das man die Gruppe verteidigt wenn Kritik ausgesprochen wird, auch wenn man nicht mehr mit ihnen leben kann.
Weil ich manipuliert wurde, handelte ich hĂ€ufig gegen mein Gewissen. 14 Jahre lang habe ich unter ein schreckliches Joch gelebt, wo ich nicht von frei kommen konnte. Die Folgen waren dass ich ab und zu depressive war. Als ich mich in 2002 lösen wollte von Ksb kostete es eine gewaltige Kraft mich aus dieser Situation zu befreien wo ‘Arbeit – Wohnen – Kirche’, miteinander verbunden waren.

D) Fazit

18. ein psychologischer Prozess

In der Zeit als Ksb Mitglied, hatte ich keine Ahnung in eine Sekte oder einem Kult gelandet zu sein. Ich war 100% ĂŒberzeugt dass wir die echte Wahrheit hatten. Gott hat im Zululand eine Erweckung gegeben gleich der Apostelgeschichte (so dachten wir damals). Grosse Wunder und Zeichen bestĂ€tigten dass. Wer die Erweckung verwarf diente dem Teufel. MerkwĂŒrdig war nur dass wir nie ein Wunder gesehen haben, die standen nur in BĂŒcher geschrieben. Ksb ist keine Sekte sondern ein Kult. Eine Gruppe oder Gemeinde ist eine Sekte, wenn die Offenbarungen und Lehren, ĂŒber die Bibel hinausgehen. Bei einem Kult muss noch einiges hinzugefĂŒgt werden a) die Leiter werden auf eine göttliche Weise (als Gott) verehrt, b) die Mitglieder werden gezwungen jeglichen Kontakt zu Aussteigern zu unterlassen c) die Mitglieder glauben nur was die Leiter erlauben d) alle Kritik wird geleugnet und LĂ€sterung genannt.

19. historische Nachforschung

Als ich Ksb 2002 verlies, hauptsĂ€chlich wegen LĂŒgen und Ungerechtigkeit. Da war mir kaum bewusst von dem, was sich dort Jahrzehnte lang hinter den Kulissen abspielte. Nachdem ich die Korrespondenz der Aussteiger gelesen hatte und unabhĂ€ngigen wissenschaftlichen Quellen studierte, begann ich die extrem umfangreiche und verhĂ€ngnisvolle Situation zu verstehen. Es handelt sich hier von Anfang an um eine Pseudo-Erweckung. Éin Ergebnis war, die Entdeckung dass die Leiter das Publikum verfĂŒhrt hatten durch lĂŒgenhaften Vortrag ihrer Anfangsgeschichte.

Nachforschungen zeigen, dass die BĂŒcher van Ksb falsch sind. Bei Ksb gibt es keine objektive geschichtliche Wirklichkeit. Erlo und Friedel Stegen sind beide Kunden traditioneller Zulu Izangoma, also Wahrsager. DafĂŒr gibt es verschiedene Zeugen. Die Stegens leiten ihre Bewegung durch Wahrsagerei. Den Menschen sagen sie nichts davon, wo sie ihre Weisheit her haben. In der Anthropologie wird diese Vermischung von Christentum und afrikanischer traditioneller Religion Synkretismus genannt. Ksb gehört dadurch zu den einheimischen, schwarzen Kirchen, sowie den Zionisten und amaNazaretha. Ich könnte da vieles noch zusagen.